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Dem gebürtigen Mannheimer wird bei Eclat auch der Kompositionspreis der Stadt Stuttgart verliehen - bereits zum zweiten Mal. Diesmal für sein Streichquartett "So zaghaft diese Worte der Nacht". Smutny ist mitteilsam, genießt das Reflektieren über sich, seine Werke und seine Position in der Gesellschaft. Er mag "den Elfenbeinturm" nicht, würde mit seiner Musik gerne in der Mitte der Gesellschaft stehen.
Schon mit 14 Jahren war ihm klar, dass er Komponist werden will. Das war keine einfache Situation, wurde er doch hineingeboren in eine Arbeiterfamilie. Er sei der erste gewesen, der studiert habe. Auch der Musikgeschmack seiner Eltern sei nicht gerade bildungsbürgerlich gewesen: "Wenn die Rock-Pop-Welt schon besetzt ist durch die Eltern, was bleibt einem denn dann in der Jugend?" Smutny nahm mit seiner klassischen Musikausbildung eine frühe Gegenposition ein, erhielt Klavier-, Gesangs- und Theorie-Unterricht an der Musikschule seiner Heimatstadt Ludwigshafen. Nach der Schule folgte das Kompositionsstudium bei Hans Zender in Frankfurt. Geweckt wurde sein kompositorisches Interesse zunächst durch Händels "Messias". Der junge Smutny stand im Chor. "Die Massivität des Klangs und das Gefühl, Teil eines musizierenden Raumes zu sein, waren eine so überwältigende Erfahrung, dass ich anfing, das zu imitieren", sagt Smutny im Rückblick.
Um Musik verstehen zu lernen, quartierte sich der 15-Jährige bis zum Abitur "fast täglich" in der Stadtbibliothek ein, studiert Partituren, hört Musik. Das hat ihn geprägt: "Ich hatte nie das Gefühl, mich querbeet durch eine Entwicklung von Musik zu begeben; es war die permanente Präsenz aller Musik in einem Regal. Alles war gleichermaßen gegenwärtig und zugänglich." So geht es Smutny, der seit zehn Jahren in Leipzig lebt, heute um eine Klanglichkeit, die möglichst vielfältige Bezüge und gegensätzliche Materialien zulässt. In seinem prämierten Streichquartett hat er freilich ein anderes Ziel verfolgt: Klang einmal als rein physikalisches Phänomen zu betrachten, nicht als Musiksprache. Ein Antistreichquartett sei das, in dem das klassische Vorbild als Folie aber mitgedacht werde, erläutert Smutny. Das Wort Klassik taucht in Smutnys Rede auffällig oft auf - immer nur im Sinne von "Harmonie des Gegensätzlichen, des Besonderen im Allgemeinen", wie er betont. Aber bei all seiner Liebe zum gegenwärtigen Stilpluralismus scheint sich darin doch auch eine Sehnsucht widerzuspiegeln nach "dieser einen, eindeutigen Musiksprache".